REISELUST4x4   
mit 60 nochmals auf Tour
 

 Grundlagenplanung

Am Anfang stand die große Frage : Was brauche ich und auf welche Dimensionen kann man reduzieren


- ich komme von 270 m2 reiner Wohnfläche und Stauraum ohne Ende


Dann kam noch die Fragen:

  • wie den Innenraum gestalten ?
  • wo soll es hingehen ?
  • und brauche ich wirklich ein extrem geländegängiges Mobil  - verbunden mit kurzem Radstand, kurzer Kabine und wenig Überhang - oder reicht "4x4" aus um mal an die Stellen zu kommen wo man mit 2x2 nicht hinfahren würde ?

Im Internet fand ich etliche Grundrisse. Jeder mehr oder weniger auf den Eigner abgestimmt, aber im Prinzip bis auf Ausnahmen immer gleich. Wahrscheinlich um Länge zu sparen haben an die 90% Querbetten im Heck über einem mehr oder weniger großen Stauraum.

Die Sitzgelegenheiten waren schon unterschiedlicher. Über U- und L- Sitzgruppen im Frontbereich bis hin zu einer zum 3ten Bett umbaubaren ca. 1,20 bis 1,40 breiten "Gegenüber"-sitzbank irgendwo im Aufbau.

Auffällig war, dass fast alle Innenausbauten neben der weißen GFK-Innenschale auch die Möbel in Weiß fertigen ließen. Ich empfand dies meist als einem sterilen, kalten Raum. Oberflächenpflege hin oder her, auf Dauer wollte ich "in Weiß" nicht wohnen.

Es dauerte gar nicht mal lange und meine Grundbedingungen standen fest:


  • GAS - ja/nein

Ich begreife bis dato nicht, warum ich darauf verzichten sollte. Gefahr, Nachschub im Ausland - Alles regel- und planbar.

Also: 90 l Gastank  im Rahmen versteckt!!


  • Längsbetten

Das über den "Anderen" hinweg klettern, wenn...na, Ihr wisst schon, in den Querbetten, gefiel mir nicht.  Entschieden habe ich mich deshalb für 85er Längsbetten an den Außenseiten mit Staufächern im Zwischengang, Oberschränken ringsum sowie einem Kleiderschrank in der Mitte am Kopfende.


  • Separate Dusche und WC/Waschraum

Ich bin seit eh und je ein Langzeit- u. Heißduscher. Warum soll ich es mir antun neben der Toilette und vor dem Waschbecken meinem Drang nach Wärme nachzukommen.  Neeeee. Also gibt es eine schön große Dusche - fast wie zuhause.

Beim Grundriss des EX592 von der Fa. Kerkamm fand ich eine gut durchdachte Lösung die dann auch Basis der weiteren Planung wurde. Der WC/Waschraum wird 20 cm breiter als dort geplant; wegen Komfort und so........  

Aufgrund der vielen positiven Äußerungen bezüglich der Trockentrenntois haben ich mich auch für eine solche entschieden. Bin schon gespannt.


  • Küchenzeile und Gerätschaften

Da ich mich für GAS entschieden haben, plante ich eine 3-flammige Kochplatte nebst darunter befindlichem Backofen ein.

Als Clou habe ich mich für ein Topf- und Pfannenset aus Edelstahl von Tefal entschieden, wo die Griffe abgenommen werden können. Spart enorm viel Platz und da Heute (20.06.20) bereits gekommen und ausprobiert, kann ich über die Qualität nur positives berichten.

Aber entgegen der allgemeinen Planungen habe ich mich gegen einen Kühlschrank entschieden und habe mich auf eine ausziehbare Kühlbox mit 95 Liter und eine zusätzliche Gefrierbox mit 60 Liter fixiert. Argument dazu: Kalte Luft fällt bei jeder Öffnung des Kühlschrankes aus diesem heraus. Energieverschwendung.  

Auch traue ich keiner Aussage eines 4x4-Wohnmobilisten, der behauptet dass ihm nach einer Geländepartie noch nie etwas aus dem Kühlschrank gefallen sei. Klar wird diese Lösung wohl teilweise eine längere Suche verursachen, aber .... : "Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen".  Das warf mir schon mein Vater vor !! Vatta: Ich bin ein fleißiger Sucher geworden.


  • Sitzecke

Ich habe mich gegen eine L- u. U-Ecke an der Front neben der Tür entschieden und werde eine in Längsrichtung gesetzte Gegenüberbank bauen. Länge Fahrerseite 1,00, Beifahrerseite  1,45. Dazwischen eine verschiebbare Tischplatte die über einen seitlich platzierten Standfuß auch notfalls abgesenkt werden kann und dann mittels der Rückenlehnen ein Bett von ca. 1,20/1,85 ergibt. Aufgrund des 3ten Sitzes im Fahrerhaus werde ich auch immer ( besser ab und an mal ) nur einen aus der Familie mitnehmen können.  Wobei hier wohl der Sohnemann meines Sohnes - also mein Enkel (Geb.-2011) - oder meine mittlerweile 35-jährige, noch unverheiratete Tochter als Mitfahrer in Frage kommen werden.  Und ganz klar : denen muss das Sitzeckbett reichen. Fertig.


  • Heizung

Obwohl Gas an Bord ist, fiel die Entscheidung auf "gute, alte Technik". Die Russen nutzen sie in Sibirien - und haben, solange die Dinger laufen, keine Probleme damit. Also warum dann nicht auch ich. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der in Tschechien gebauten AUTOTERM Lufterhitzer AIR-2D in der TWIN Ausführung.

Ich habe somit in Summe ca. 4 kW Heizleitung an Bord. 


Mit 2 kW komme ich sicherlich in der Übergangszeit gut zurecht. Sollte es kälter werden, schalte ich die 2te Anlage dazu und habe dann 4 kW.  Ich gehe davon aus, dass nur, wenn es extrem werden sollte, werden Beide laufen werden. Somit ist gewährleistet, dass die Brenner fast immer auf Höchststufe laufen und es somit nicht zu Verrußung der Brenner kommt. ( Hoffe ich zumindest ).

Platziert werden sollte die Heizung unter dem Waschraumboden - wegen warmen Fußboden. Da hatten die Leute von "tigerexped" aber etwas dagegen - also wurde umgeplant und sie kommt nach Vorn in den Staukasten.

Ausgestattet werden die Anlage mit Ansaugschalldämpfern und jede Anlage erhält ein eigenes Steuerelement mit Temperaturfühler, die im Ansaugtrakt platziert werden.

Die Verbrennungsluft holt sie sich unter der Küchenzeile und dem Staufach Beifahrerseite vorn. Damit sorge ich gleich dafür, dass sich dort kein Kondensat bilden kann.

Die Warmluftführung wird im Doppelboden untergebracht. Die Ausströmer werden als dreh- als auch verschließbare Varianten ausgeführt.


  • Elektrik / Strom

Hier stand von Anfang an fest, dass das ExMo mit den neuen LiFePO4 mit BMS und Bluetooth ausgerüstet werden soll. Gewicht und Ladeverhalten sprechen ganz klar dafür. Der Preis ist allerdings schon eine andere Sache. Happig !! Es werden 3* 100 Ah in 25,6V von Liontron verbaut.


Die Kapazität wurde mit Exel so bemessen, dass man auch im Winter immer noch 3 Tage autark im hohen Norden stehen könnten, ohne dass das Licht ausgeht.  

Gespeist werden die Accu´s über Solaranlage. Noch bin ich mir nicht ganz klar, welches Produkt und somit welche Leistung ich wählen werde. Wahrscheinlich werden es 6 aufstellbare Platten mit je 320 WP.

Die Hauptverbraucher sind Heizung, Kühlbox u. Fernseher ( jaaa, ich weiß ) und die Laptops. Und wenn nötig: die Klimaanlage, die je nach Laufzeit gewaltig ziehen wird.


  • Möbelbau

Wie ganz oben schon geschrieben, wollte ich nicht in "Weiß" leben.

Ich habe mich somit entschieden nur die Korpusse aller Schränke in "Weiß" auszuwählen aber alle Klappen und Türen, Arbeits- und Tischplatte werden aus BAMBUS coffee 5-Schichtplatten ausgeführt. Ein Naturbaustoff. Handwarm und eine tolle Optik. Zudem recht einfach zu bearbeiten. Mal sehen ob die Entscheidung richtig war - aber über Geschmack kann man ja  streiten. Die Bilder werden es zeigen.

Oben werden ringsum Oberschränke montiert. Am Eingang kommt ein "Euroboxen"-schrank nebst Garderobe. Das sollte reichen. Es gibt ja noch die 4 Stauräume unter Deck.


  • Fenster

Die Fenster nehme ich von Outbond.  Die seinerzeit aufgetretenen Mängel sind (zumindest nach Aussage von Maurik Hellebrekers ; Outbond - Ein "Hallo" an Maurik und:  Danke nochmals) beseitigt und  aus der Welt geschaffen.  Aus meiner Sicht stimmt hier noch das Preis-Leistungsverhältnis, ganz im Gegensatz zu einem anderen, exorbitant teurem Produkt, dass im Netz überall angepriesen wird. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden.


Die Basis steht. Also wurde jetzt nach einem Fahrgestell geschaut. Lest selber.  Ihr könnt aber auch erst einmal schauen, was wir uns noch so an etwas größeren Teilen für das ExMo angeschafft haben. Schaut einfach hier: Anschaffungen